26. Mai - 20. Oktober 2013
REALISMUS IN NORDDEUTSCHLAND
EINE ZWISCHENBILANZ

Der Realismus hat in der Kunst des Nordens auch in den Zeiten der Moderne stets eine Rolle gespielt oder zumindest eine besondere Rolle behalten. Seit der dänischen Malerei des goldenen Zeitalters ist dieser Realismus mit besonderen malerischen Reizen versehen. Daher fügt sich das an sich überraschende Auftreten einer Bewegung von insgesamt 18 Künstlern der Gegenwart in den geschichtlichen Kontext. Seit über 20 Jahren treffen sich die meisten der ausgestellten Künstler als „mobile Künstlerkolonie auf Zeit“ (Helmut Sydow) regelmäßig in unterschiedlicher Besetzung, um gemeinsam nach Sicht zu malen, zumeist im Freien. Die Ausstellung zeigt sowohl Arbeiten dieser Pleinair-Symposien wie auch im Atelier entstandene Werke, deren Bandbreite von der Landschaft über das Stillleben bis hin zu Figurenkompositionen, Portraits und Akten reicht. Frappierend und begeisternd sind die erreichte malerische Qualität, Lichtführung und die Verwandlung der Dinge in großartige Malerei, die von den Künstlern geleistet wird, durchsetzt nicht zuletzt auch mit Elementen der Abstraktion, welche die Modernität dieser Malerei erweisen.
Die Bilder der hier erstmals in einem großen Überblick gezeigten Richtung haben in zahlreichen Ausstellungen und Publikationen von Schleswig-Holstein aus im ganzen Land Eindruck gemacht. Das Landesmuseum auf Schloss Gottorf gibt in der großen Ausstellung 2013 eine Zwischenbilanz dieser erfolgreichen Richtung. Woher soll die Erneuerung der Kunst kommen, wenn nicht aus der Provinz?